High Hydration Hyaluronserum

Rührgrundlagen:

Um ein hochwirksames Serum herzustellen, braucht es nicht viel. Hyaluronsäure, Pflanzenextrakte und ein sehr gutes Hydrolat. Mehr nicht.

Hyaluronsäure gibt es in unterschiedlichen Molekülgrößen, es gibt unvernetzte und quervernetzte (sogenannte Oligo – Hyualuronsäuren). Je kleiner das Molekül (also je niedriger das Molekulargewicht), desto tiefer kann es in die Haut eindringen. Die hochmolekulare Hyaluronsäure (1500-1800 kDa) hat ein sehr gutes Gelverhalten, weshalb sie in unserem Serum unverzichtbar ist. Sie bildet feine Gitternetze aus, und wir erhalten ein glasklares Gel. Diese Eigenschaft kann aber auch nachteilig werden, wenn man hochmolekulare Hyaluronsäure zu hoch dosiert. 0,5% Einsatzkonzentration sind ideal, bei 1% wird es schon unangenehm auf der Haut (es spannt, ähnlich wie eine Gelmaske). Ihre straffende Wirkung ist aber eher oberflächlich, die Haut wirkt geglättet und gut befeuchtet, jedoch ist nach ein paar Stunden nichts mehr davon zu sehen. Niedermolekulare Hyaluronsäure ( um die 50 kDa) hat da schon einen deutlich nachhaltigeren Effekt: Die kleineren Moleküle gelangen tiefer in die Haut, binden dort effektiv Feuchtigkeit und polstern so die Haut auf. Sie bilden jedoch keine Gele, wie die hochmolekulare Variante. Ultra – niedermolekulare Hyaluronsäure (unter 10 kDa) ist das Supertalent unter den HYAs. Durch ihre geringe Größe dringen die Moleküle sehr tief in die Haut ein sorgen für die langfristige Straffung der Haut! Durch den Einsatz aller drei HYAs können wir also den Kampf gegen die Falten auf mehreren Ebenen angehen. Ihr bekommt die ultra – niedermolekulare HYA zum Beispiel bei Dragonspice.

Pflanzliche Extrakte sind kleine Wunder der Natur. In Alkohol oder Glycerin ausgezogen, enthalten sie die geballte Wirksamkeit der Pflanze und bereichern jedes kosmetische Produkt! Im Prinzip könnt ihr hier jeden Extrakt verwenden, der euch zusagt. Ich habe mich für die Kombination aus Jiaogulan, Quitte und Hibiskus entschieden. Diese Pflanzen beinhalten Wirkstoffe, die die Hautalterung bremsen und noch dazu bekommt das Gel durch den Hibiskusextrakt eine sanft roséfarbene Tönung! Den Hibiskusextrakt habe ich mit Hilfe dieses Pulvers von Aroma-Zone hergestellt, indem ich es in 70%igem Glycerin turboextrahiert habe. Eine kleine Anleitung für die Turboextraktion findet ihr hier

Des Weiteren habe ich Kollagen in das Serum gepackt, da ich die feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften dieses Wirkstoffs (obwohl nicht NK-konform) nach wie vor sehr schätze.

Rezept für 50 g Gesamtprodukt:


0.25 g Hyaluron HM (0.5 %)

0.15 g Hyaluron LM (0.3 %)

0.05 g Hyaluron ULM (0.1 %)

0,5 g Kollagen (1 %)

2,5 g Extrakte aus Jiaogulan, Hibiskus, Quitte (5 %)

0,5 g Phenylethylalkohol (1 %)

46,05 g Sanddornhydrolat (92,1 %)

Einfach die Hyaluronsäurepulver im Hydrolat dispergieren, quellen lassen (etwa 1 – 2h) und anschliessend homogen verrühren. Es entsteht ein klares, glattes Gel. Extrakte, Kollagen und Konservierung zugeben – Fertig!

Das Serum wende ich Morgens und Abends an, darüber kommt entweder eine leichte Feuchtigkeitspflege, eine reichhaltige Nachtpflege, oder ganz simpel: Ein paar Tropfen reines Hibiskusöl.

2019-02-21T09:45:38+00:00

17 Comments

  1. Claudia 24. Dezember 2018 um 9:45 Uhr - Antworten

    Hallo Verena, ich habe das Serum gestern mit Geogard 221 konserviert. Heute morgen kam beim Pumpen erst eine Flüssigkeit raus, die brannte und nach Alkohol roch. Kann es sein, dass sich der Konservierer nach unten abgesetzt hat und Geogard für so was nicht geeignet ist? Wäre jetzt echt schade um die teuren Rohstoffe :-(.

    LG, Claudia

    • Verena aka Hazelwitch 24. Dezember 2018 um 10:37 Uhr - Antworten

      Hallo Claudia,

      Geogard 221 ist nicht für rein wässrige Lösungen geeignet. Hier empfiehlt es sich immer, mit Alkohol zu konservieren. Ich habe daher Phenylethylalkohol verwendet, von diesem reicht 1% aus. Du kannst auch Ethanol nehmen und davon etwa 12% auf die Wasserphase, die hier ja auch dem Gesamtgewicht entspricht. Optimal ergänzt du Ethanol mit 1% Kaliumsorbat 🙂

      LG und Frohe Weihnachten,
      Verena

  2. Claudia 24. Dezember 2018 um 10:54 Uhr - Antworten

    Shit, aber da kann ich jetzt auch nix mehr machen. Jetzt kann ich nur zusehen, dass ich es schnell aufbrauche. Und ich Idiot mache gleich doppelte Menge, weil ich ggf. eins noch verschenken wollte 🙄. Aber danke! Wünsche Dir auch frohe Weihnachten! LG Claudia

  3. Susanna 29. Dezember 2018 um 18:49 Uhr - Antworten

    Hallo wo bekommt man das Sanddornhydrolat her ich kann es nicht finden ☹️

    • Verena aka Hazelwitch 29. Dezember 2018 um 18:52 Uhr - Antworten

      Hallo Susanna,

      wenn du kein Sanddornhydrolat bekommen kannst, kannst du alternativ auch ein anderes Hydrolat verwenden. Der Klassiker „Rose“ passt auch hier wunderbar 🙂

      LG Verena

  4. Claudia 3. Januar 2019 um 18:12 Uhr - Antworten

    Hallo Verena, da ich für mich gerade ein alternatives Konservierungsmittel ausgerechnet habe, ist mir aufgefallen, dass Du auf mehr als 100 % kommst. Es sind 103,95. 😉 Mich irritierte nämlich der große Unterschied zum Hydrolat, der sich nun bei mir ergab.

    • Verena aka Hazelwitch 18. Januar 2019 um 10:38 Uhr - Antworten

      Hallo Claudia,
      Manchmal macht mich WordPress wahnsinnig 😀 Ich hatte das neulich selber schon entdeckt und korrigiert, aber ich muss immer doppelt abspeichern damit es übernommen wird… Und genau das hat nicht funktioniert. Jetzt ist es updated und passt! 🙂
      LG Verena

  5. Hanna 10. Januar 2019 um 16:59 Uhr - Antworten

    Hi Verena, tolles Rezept 😍 woher bekomme ich denn diese Extrakte? Kann ich sie auch direkt fertig kaufen? Liebste Grüße Hanna

    • Verena aka Hazelwitch 10. Januar 2019 um 18:13 Uhr - Antworten

      Die Extrakte hatte ich selbst angesetzt bzw von einer lieben Rührkollegin geschenkt bekommen 🙂 Du kannst aber mal in den diversen Shops stöbern, sowohl Dragonspice, Behawe oder Alexmo haben sehr viele verschiedene Extrakte in Ethanol oder Glycerin. Nicht verwechseln mit den CO2 Extrakten, dass sind nämlich Öle. Es müssen auch nicht genau diese drei sein, probier zB auch mal Centella Asiatica, Gurke oder Aloe Vera… Alles sehr schöne Pflanzen 🙂

      LG Verena

  6. Anonymous 18. Januar 2019 um 10:29 Uhr - Antworten

    Liebe Verena,

    mit Blend TBG kann ich auch konservieren, oder?

    Liebe Grüße Janine

    P.S.: Ich mag deine Rezepte sehr gerne!

    • Verena aka Hazelwitch 18. Januar 2019 um 10:40 Uhr - Antworten

      Liebe Janine,
      Blend TBG kannst du hier wunderbar einsetzen, da er speziell für wasserbasierte Produkte empfohlen wird 🙂
      LG Verena

  7. Anonymous 18. Januar 2019 um 11:22 Uhr - Antworten

    Sehr gut, vielen Dank, ich freu mich jetzt schon auf das Ergbnis 🙂

    Liebe Grüße und schönen Tag
    Janine

  8. Nora 18. Januar 2019 um 22:12 Uhr - Antworten

    Hallo Verena,
    danke für dieses tolle Rezept! Ich habe es mit Rosenhydrolat gemacht. Die Konsistenz ist suuuper geworden, habe kein Xantan gebraucht. Das nächste Mal möchte ich ein anderes Hydrolat nehmen, vielleicht Neroli. Geht das?
    Liebe Grüße, Nora

    • Verena aka Hazelwitch 21. Februar 2019 um 9:48 Uhr - Antworten

      Hallo Nora,

      aus irgendeinem Grund habe ich deinen Kommentar erst jetzt gesehen… Sorry! Klar, du kannst jedes Hydrolat nehmen das dir gefällt 🙂

      LG Verena

  9. Susanne 20. Februar 2019 um 20:33 Uhr - Antworten

    Liebe Verena, kannst Du ev. kurz die,Turboextraktion vom Hibiskuspulver in Glycerin erklären bzw. wo kann ich Infos dazu finden? Lieben Dank!

    • Verena aka Hazelwitch 21. Februar 2019 um 9:46 Uhr - Antworten

      Liebe Susanne, ich habe oben im Text einen Link eingefügt zu einem anderen Artikel, in dem ich die Turboextraktion beschrieben habe 🙂 Ich hoffe das hilft dir weiter…
      http://hazelwitch.de/2019/01/05/federleicht-leave-in-spray/

      LG Verena

      • Susanne 21. Februar 2019 um 15:19 Uhr - Antworten

        Vielen, vielen Dank, das probiere ich aus!
        Liebe Grüße, Susanne

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