Velvet Hair Conditioner

Rührgrundlagen:

Wer unter feinem oder durch chemische Behandlung aufgerauhtem Haar leidet, kommt oftmals um eine pflegende Spülung oder einen Conditioner nicht herum. Diese bewirken, dass sich die nassen Haare wunderbar leicht kämmen lassen und verleihen ihnen (im Falle von silikonfreien Naturkosmetikprodukten) Glanz und Kraft.

Oftmals bergen Conditioner jedoch den Nachteil, dass sie die Haare beschweren und unnötig viel Fett enthalten, wodurch das Endergebnis eher traurig herabhängt und schnell nachfettet, anstatt frisch und gepflegt zu erscheinen. Es gilt also, die richtige Balance zwischen Pflege und Leichtigkeit zu finden! Je feiner das Haar, desto schwieriger gestaltet sich diese Angelegenheit. Man kann hier mit einem ultraleichten Leave In arbeiten, oder, falls das doch zuwenig ist, auf einen entsprechend angepassten Conditioner zurückgreifen.

Ich glaube, es gibt kein anderes Rezept, an dem ich so lange gefeilt habe, wie an diesem. Zwar ist es unterm Strich relativ simpel, jedoch war die richtige Einsatzkonzentration der einzelnen Inhaltsstoffe eine Riesen Herausforderung! Entweder war das Ergebnis zu schwer, und mein Haar wirkte platt und strähnig, oder aber es war einfach „nicht genug“, und ich ärgerte mich nach der Haarwäsche mit dem Entwirren und Durchkämmen herum. Dieses Spiel ging jetzt sicherlich über zwei Jahre so, denn sämtliche bislang erhältlichen Rezepte funktionierten einfach nicht für mich und meine Eigenkreationen hatten ausgeprägte Schwachstellen. Zwischenzeitlich hatte ich sogar schon aufgegeben und auf ein Kaufprodukt zurückgegriffen, was mich aber noch mehr frustriert hat….

Lange Rede kurzer Sinn: Vor ein paar Wochen hatte die schwere Geburt endlich ein Ende, und ich hatte ein Ergebnis, an dem es  – für mich – nichts mehr auszusetzen gab! Dieser Conditioner tut genau das, was er tun soll, und pflegt sehr gut ohne dabei Spaghettilocken zu erzeugen! Wer sehr viel oder sehr trockenes Haar hat, wird eventuell die Fettphase etwas hochschrauben oder das Soft EQ erhöhen müssen, um das Rezept anzupassen.

Rezept für 100 g Gesamtprodukt:


3 g Arganöl (3 %)

2 g Brokkolisamenöl (2 %)

0.2 g Carnaubawachs (0.2 %)

2 g Imwitor (2 %)

0.5 g Phospholipon (0.5 %)

3 g Behenylalkohol (3 %)

5 g Soft EQ 65 (5 %)

2 g Sodium PCA (2 %)

2 g Panthenol (2 %)

1 g Cosgard (1 %)

79.3 g Wasser (79.3 %)


Öle, Carnaubawachs, Phospholipon und Behenylalkohol im Becherglas bei 80 Grad aufschmelzen, bis sich alles klar verbunden hat. In einem anderen Becherglas Wasser oder Hydrolat mit Imwitor und Soft EQ 65 ebenfalls erhitzen und homogenisieren. Fettphase zur Wasserphase geben und hochtourig emulgieren. Sanft kalt rühren und bei unter 40 Grad die Wirkstoffe und Konservierung hinzufügen, weiter kalt rühren bis eine schöne, pastöse, homogene Konsistenz erreicht ist.

Der Conditioner ist ein Rinse off Produkt. Im feuchten, gewaschenen Haar verteilen, 2-3 Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen. Das Haar fühlt sich angenehm geschmeidig und weich an, ist dabei aber nicht platt und silikonartig beschwert.

2019-01-18T18:16:27+00:00

3 Comments

  1. Sigrid 28. Januar 2019 um 12:41 Uhr - Antworten

    Wow, das hört sich echt toll an, dieses Rezept! Das werde ich demnächst ausprobieren. Einzig das eine ist mir nicht geläufig – ist das ‚Soft EQ 65‘ gleichzusetzen mit dem ‚Haarsoft/Lamesoft PO65 oder ist das einer jener Emulgatoren, die ich noch immer nicht in meiner Hexenküche habe? Liebe Grüße aus Wien!

    • Verena aka Hazelwitch 28. Januar 2019 um 17:33 Uhr - Antworten

      Hallo Sigrid,
      Nein, die beiden Produkte sind nicht identisch. Das erkennst du, wenn du mal die INCI der beiden Vergleichst. Ich habe das Lamesoft nie verwendet und kann dir daher leider nicht sagen, ob es austauschbar wäre. Im Zweifel käme es auf den Versuch an 🙂 Beides sind ja Konditionierer, verbessern die Kämmbarkeit und machen das Haar weicher. Aber ob das Lamesoft evtl mehr beschwert oder andere Eigenschaften mit sich bringt, musst du ausprobieren. Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter 🙂
      LG Verena

  2. sigrid 30. Januar 2019 um 14:02 Uhr - Antworten

    Danke, Verena!! Ich glaube, ich muss mir ‚dein‘ Soft EQ65 bestellen, ich denke, nur damit wird die Sache etwas… Das Haarsoft PO65 ist, wenn ich mich richtig erinnere, so eine Art Tensid – zumindest, was die Konsistenz angeht, aber vielleicht lieg ich da auch falsch. Wie auch immer, Bestellung wird mit dem richtigen Rohstoff gemacht und dann steht der Herstellung nix mehr im Wege. Danke für deinen tollen Blog & deine herrlichen Rezepte! Ich hab schon ein bisschen nachgerührt und es wird mehr werden…. LG Sigrid

Hinterlassen Sie einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: